Als Mieter einer Wohnung oder eines Hauses zahlst du jeden Monat einen ordentlichen Anteil an Nebenkosten für die Pflege und Bewirtschaftung des Objektes, in dem du wohnst.

Dein Vermieter stellt dir hierzu eine jährliche Abrechnung aus, in der die einzelnen Werte und dein Anteil genau aufgeschlüsselt sein müssen. Und an dieser Stelle kommt uns der Paragraf 35a EStG zur Hilfe, dieser besagt, dass ein Mieter gewisse Kosten in der Steuererklärung ansetzen und 20 Prozent davon direkt zurückbekommen kann. Das Steuerrecht spricht hierbei von Haushaltsnahen Dienstleistungen – wieder eine tolle Wortkreation, die niemand so im Alltag benutzt – aber es umfasst Arbeiten, die man selbst oder ein Mitglied des Haushalts ebenfalls erledigen könnte und die direkt im Haushalt oder auf dessen Grundstück erledigt werden – klingt alles noch sehr theoretisch…

Um es konkreter zu machen , hier ein paar gängige Beispiele:

  • Hausmeister
  • Gartenpflege
  • Schneebeseitigung und Winterdienst
  • Spielplatzreinigung
  • Hausreinigung
  • Straßenreinigung
  • Laubentsorgung

Bitte beachte hierbei, dass lediglich der Anteil der Arbeits- und Fahrtkosten und nicht die Materialkosten absetzbar sind. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass viele Vermieter aber leider nicht genau aufschlüsseln, welche Material und welche Arbeitskosten angefallen sind, obwohl dies vorgeschrieben ist. Frage in einem solchen Fall unbedingt bei deinem Vermieter nach.

Weitere eher seltenere Kosten, die zu den Haushaltsnahen Dienstleistungen zählen und wahrscheinlich nicht direkt in deiner Nebenkostenabrechnung auftauchen, können sein:

  • Putzfrau
  • Kinderbetreuung durch Tagesmutter oder Au-Pair im eigenen Haushalt
  • Fensterputzer
  • ambulanter Pflegedienst
  • Haustierbetreuung (im eigenen Haushalt)
  • und Ähnliches
     

Damit du nun in den Genuss deiner Steuererstattung kommst, setzt du die unterschiedlichen Kosten im Hauptvordruck deiner Steuererklärung an, hierzu findest du auf der Seite 3 die Möglichkeit diese einzutragen, das Programm bzw. Finanzamt rechnet dann den zu erstattenden Betrag für dich aus.

Wie so oft beim Thema Steuer gibt es auch hier Höchstbeträge, welche aber relativ hoch sind … so kannst du zum Beispiel bis zu 20.000,- € für einen sozialversicherungspflichtigen Angestellten oder eine Firma und bis zu 2560,- € für einen eigenen Mini-Jobber im Haushalt ansetzen …das sollte für die meisten von uns definitiv ausreichen 🙂

Damit es für dich nun so einfach wie möglich bleibt, kann ich dir noch auf den Weg geben, dass du keine Belege beim Finanzamt direkt einreichen musst, sondern nur für Rückfragen aufbewahren musst. Als Nachweis dient dann in der Regel deine Nebenkostenabrechnung oder eine ordentliche Rechnung mit entsprechender Aufschlüsselung der Kosten …. bar gezahlte Beträge sind nicht absetzbar.

Wie immer findest du das Skript des heutigen Videos unten in der Videobeschreibung, damit du in Zukunft keines unserer Videos mehr verpasst, würde es mich freuen, wenn du unseren Kanal abonnierst.

Ansonsten hoffe, ich, dass du mit diesem Tipp deine Steuererstattung erhöhen kannst und in Zukunft mehr Geld vom Finanzamt wieder bekommst.

Dein FinanzNerd