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Steuererklärung 2020 Einführung zum selber machen!

Herzlich willkommen auf unserem Kanal, mein Name ist Simon, ich bin der Finanznerd und heute zeige ich dir die WICHTIGSTEN Grundlagen zum Thema Steuererklärung und du wirst nach dem Video mehr über Steuererklärungen wissen und verstanden haben, als der Großteil der Menschen dort draußen. Starten wir also gleich zu Beginn mit der Frage…

Wer muss eine Steuererklärung abgeben ?

Grundsätzlich unterscheidet man dabei nämlich in zwei Gruppen – 1. Die Pflichtveranlagten, also die Personen, welche eine Steuererklärung abgeben müssen. Hierzu zählen unter anderem:

+ Selbstständige
+ Gewerbetreibende
+ Verheiratete in den Steuerklassen 3 und 5
+ Personen mit unversteuerten Einnahmen, bspw. Mieteinkünfte oder Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen
+ Rentner (wenn über dem Grundfreibetrag)
+ Einnahmen aus Nebentätigkeit mit Steuerklasse 6 (nicht Mini-Job!)
+ Bezieher, von steuerfreien Lohnersatzleistungen (also Krankengeld, Arbeitslosengeld I, Elterngeld, Mutterschaftsgeld und in diesem Jahr besonders       wichtig Insolvenzgeld und vor allem KURZARBEITERGELD, wenn diese zusammen über 410,- € lagen

Bist du also einer der Millionen von Menschen, die im Jahr 2020 Kurzarbeitergeld und andere Lohnersatzleistungen über 410,- € bekommen hat aufs Jahr gesehen, dann gehörst du automatisch zu den Pflichtabgebern , auch wenn du vorher noch nie eine Steuererklärung machen musstest oder abgegeben hast. Das ist momentan noch kaum bekannt und wird viele Menschen hierzulande unerwartet treffen, denn dadurch gelten besondere Vorschriften für die Verpflichteten, zu denen wir im Laufe des Video noch kommen! Daneben gibt es aber natürlich auch die zweite Gruppe, welche freiwillig eine Steuererklärung abgeben darf, was also gerade die normalen Arbeitnehmer, Beamten, Auszubildende und auch Studenten mit Einkünften in Deutschland betrifft. Natürlich gibt es auch hier Sonderfälle im Steuerrecht, aber damit hast du schon mal die größten Gruppen im Überblick. An dieser Stelle möchten wir auch gleich einen Mythos aufklären: Wer einmal eine Steuererklärung abgegeben hat, ist dann NICHT automatisch jedes Jahr verpflichtet, sondern es entscheidet sich Jahr für Jahr aufs Neue, zu welcher Gruppe er oder sie gehört. Es kann zwar sein, dass man dann dennoch einen Brief vom Finanzamt bekommt, aber in der Regel reicht dann ein kurzer Brief, dass man nicht verpflichtet ist und in diesem Jahr halt keine Steuererklärung abgeben möchte. Also lass dich nicht von diesem Mythos abschrecken und hol dir das Geld was dir zusteht – immerhin liegt laut dem Bundesamt für Statistik die durchschnittliche Steuererstattung bei über 1000,- € pro eingereichtem Steuerjahr. Weitere Mythen lüfte ich übrigens in unserem kostenlosen e-Book mit den „100 legalen Steuertricks und Tipps“ – wo du in einfacher Sprache viele Dinge findest, die deine Steuererstattung ordentlich erhöhen können und das aufgeteilt in Gruppen und Bereiche, damit du dich einfach darin zurecht findest. Also lade dir dieses gern im Anschluss kostenlos runter über den Link in der Beschreibung. Nun weisst du, dass es zwei Gruppen von Abgegeben gibt und kannst einschätzen zu welcher du gehörst und das bringt uns zu der Frage:

Welche Fristen gibt es und bis wann hat man Zeit die Steuererklärung abzugeben?

Auch hier richtet sich das Ganze nach der Gruppe zu der du gehörst. Muss man abgeben dann ist die Abgabefrist mittlerweile der 31.07. des Folgejahres. Also für die Steuererklärung für das Jahr 2020 hätte man dann bis 31.07.2021 Zeit und da dies in diesem Jahr ein Samstag ist, sogar bis zum Montag, dem 02.08.2021. Gibt man später ab, droht einem ein Verspätungszuschlag und Verzugszinsen. Gibt man hingegen freiwillig ab, dann hat man deutlich länger, nämlich 4 ganze Kalenderjahre Zeit. Also im Jahr 2021 darf man dann immer noch für 2020,2019, 2018 und 2017 eine Steuererklärung abgeben.

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Doch Für wen lohnt sich (eigentlich) eine Steuererklärung?

Natürlich ist jede steuerliche Situation einzigartig und von vielen Faktoren abhängig, deshalb können wir nur versuchen es mal grundsätzlich darzustellen. Schauen wir uns hierzu mal eine Musterberechnung an, wie sie von der Steuersoftware der Finanzbehörden, namens Elster erstellt wird und klären dann, an welchen Punkten du ansetzen kannst, um eine Steuererstattung zu bekommen.

Die Berechnung habe ich mal anhand eines Arbeitnehmers ohne Kinder durchgeführt.

Steuerberechnung

Das Feld ganz oben beachten wir erst mal nicht, sondern schauen uns die Berechnung an, diese beginnt mit den Einkünften, in diesem Fall aus nichtselbstständiger Arbeit. Von diesen Einkünften zieht das Finanzamt automatisch 1.000,- € als Werbungskosten ab , diese Pauschale nennt sich im Steuerdeutsch „Arbeitnehmerpauschbetrag“. Dadurch ergibt sich dann die Summe der Einkünfte

Im nächsten Schritt werden anhand deiner Angaben dann die Sonderausgaben berechnet, hierzu zählen unter anderem Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge, gezahlte Kirchensteuer, außergewöhnliche Belastungen, Behindertenpauschbeträge und einige mehr….diese werden von der Summer der Einkünfte abgezogen und ergeben dann dein zu versteuerndes Einkommen.

Steuerberechnung

Nun wird dieses zu versteuernde Einkommen mit der jährlich neu festgelegten Grundtabelle oder bei Verheirateten der Splittingtabelle vom Programm abgeglichen und die Einkommenssteuer ermittelt.

Davon können noch gewisse Kosten, wie Spenden, Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen abgezogen werden, wenn du denn solche Aufwendungen hattest. Daraus ergibt sich dann die wirklich von dir verlangte Einkommensteuer und der dazugehörige Solidaritätszuschlag und eine eventuelle Kirchensteuer. Ganz oben gleicht das Programm dann ab wie viel Steuern und Abgaben du bereits gezahlt hast und wie viel gezahlt werden müssten laut Tabelle, so dass sich am Ende eine Steuererstattung oder eine Steuernachzahlung ergibt. In unserem Beispiel haben wir nun keine weiteren Kosten angesetzt und es kommt nur zu einer sehr geringen Erstattung.

Auch wenn die Berechnung zunächst kompliziert aussieht, kann sie eigentlich mit den richtigen Informationen jeder verstehen. Interessant ist nun für wen sich eine Abgabe lohnt. Gehen wir hierzu zurück in die Berechnung. Wie wir bereits festgestellt haben wird zu Beginn ein pauschaler Betrag für Werbungskosten in Höhe von 1000,- € abgezogen. Wenn du also im entsprechenden Jahr in Wirklichkeit höhere Werbungskosten hattest, zum Beispiel durch Wege zur Arbeit, Beiträge zu Berufsverbänden und Gewerkschaften, Fachliteratur, Fortbildungskosten, Bewerbungskosten und ähnlichem, dann kannst du die Summe der Einkünfte stärker senken, als es das Finanzamt automatisch tut und somit einen Teil deiner bereits gezahlten Steuern wieder bekommen. Unser Musterfall von gerade sieht dann mit höheren Werbungskosten so aus – du merkst die Steuererstattung hat sich durch die höheren Werbungskosten erhöht.

Berechnung mit Werbungskosten 1 1

Und genauso verhält es sich auch mit der restlichen Steuerberechnung. Kannst du also an einer Stelle höhere Ausgaben geltend machen, als zum Beispiel bislang elektronisch von deinem Arbeitgeber ans Finanzamt übermittelt, sinkt dein zu versteuerndes Einkommen am Ende und dadurch auch die von dir zu zahlende Steuer. Schaue dir hierzu auch gern unsere bisherigen Videos auf dem Kanal an, wo wir viele Tipps zum Steuern sparen geben und Themen wie Werbungskosten, Versicherungsbeiträge absetzen, Kinder in der Steuererklärung, außergewöhnliche Belastungen, die Steuererklärung als Student und Vielem mehr genauer betrachten und erklären. So holst du im Idealfall noch mehr Geld für dich raus.

Auch ohne hohe Kosten ein ordentliche Steuererstattung?

Doch man muss gar nicht immer hohe Kosten gehabt haben und diese ansetzen, geschweige denn viel verdienen, um eine ordentliche Steuererstattung zu bekommen. Denn es gibt in Deutschland den sogenannten Grundfreibetrag. Gerade Geringverdiener oder Menschen, die in einem Jahr nicht voll durchgearbeitet haben, weil sie arbeitslos waren oder aus einer Ausbildung oder Studium in die Arbeitswelt gestartet sind, können von diesem Freibetrag profitieren. 

Tabelle-Grundfreibetrag-2021

Die Höhe wird dabei jährlich neu festgelegt und beträgt für das Steuerjahr 2020 bspw. bei Ledigen 9408,- € oder bei Verheirateten 18.816,- €.  Das bedeutet, wenn du im Jahr 2020 als Lediger ein zu versteuerndes Einkommen, also nach Abzug von Werbungskosten und Sonderausgaben von unter 9000,- € hattest, zahlst du keinen Cent Steuern bzw. und da wird es interessant, du bekommst die bereits gezahlten Steuern komplett wieder und das kann je nach Einkommen auch schnell eine Steuererstattung von mehreren hundert Euro für dich bedeuten. Also auch mit einem geringen Einkommen unbedingt durchrechnen! Bevor wir uns gleich anschauen welche Belege hilfreich sein können und welche überhaupt eingereicht werden müssen, schauen wir uns kurz den Aufbau und die Bestandteile einer Steuererklärung an. Die Grundlage bildet der sogenannte Hauptvordruck, den muss jeder ausfüllen. Da es in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht gibt und somit jeder Beiträge hierfür bezahlt, bei dem eine Steuererklärung sinnvoll sein kann, wird der Mantelbogen durch die Anlage Vorsorgeaufwand ergänzt. Dort kommen dann bspw. auch die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung und für gewisse private Versicherungen rein.

Häufige Anlagen zur Steuererklärung

Dann folgen je nach persönlichen Einkünften die entsprechenden Anlagen – die häufigsten sind:

+ Anlage Nichtselbstständig
+ Anlage Gewerbetreibende
+ Anlage Selbstständige
+ Anlage KAPitalerträge
+ Anlage Vermietung
+ Anlage SOnstige Einkünfte
+ Anlage Kind
+ Anlage AV
+ Anlage Sonderausgaben
+ Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen

dazu kommen dann noch ein paar Anlagen für eher seltene Fälle. Es kommt halt ganz darauf an, welcher Fall dich betrifft und in welcher Anlage du Angaben machen musst. Schauen wir uns nun an, welche Unterlagen sinnvoll sein können und du am besten schon über das Jahr hinweg aufheben solltest?

+ Jahreslohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers (dort findest du auch eventuell erhaltenes Kurzarbeitergeld
+ Nebenkostenabrechnung der Mietwohnung
+ Spendenquittungen
+ Belege für Aufwendungen, wie Berufsausbildung oder Studium, Arbeitsmittel, Bewerbungskosten, beruflich veranlasste Umzüge,
   Gewerkschaftsbeiträge
+ Schwerbehindertenausweis
+ Bescheinigungen über Zinsen, Kapitalerträge und Lohnersatzleistungen
+ Ausgaben für Versicherungen, wie Privat- und KFZ-Haftpflicht, zusätzlichen Krankenversicherungen, Unfall-, Tod- und Berufsunfähigkeitsversicherungen
+ Bescheinigung nach § 92 EStG für einen Riester-Vertrag

Wichtiger Fakt hierzu: Ab der Steuererklärung für das Jahr 2017 müssen ausdrücklich keine Belege mehr aktiv dem Finanzamt vorgelegt werden, sondern lediglich für Rückfragen aufbewahrt werden. Dennoch kann es natürlich sinnvoll sein, dass wenn du das erste Mal eine große Position/einen hohen Betrag absetzen willst, diesen auch direkt zu belegen, um Rückfragen zu vermeiden und die Bearbeitung deiner Steuererklärung zu beschleunigen – aber das ist wie erwähnt freiwillig ! Zum Abschluss kommen wir dann zur Frage…

Welche Wege gibt es eine Steuererklärung abzugeben?

Die drei am weitesten verbreiteten Wege bei der eigenhändigen Erstellung und Abgabe sind die Papierform, das offizielle Programm der Finanzbehörden namens Elster und sogenannte Steuerhilfsprogramme. Unserer Meinung nach sollte sich Keiner mehr den unnötigen Aufwand machen, die Formulare jedes Jahr aufs neue mühsam per Hand ausfüllen zu müssen. Heutzutage ist man mit der kostenlosen Software Elster oder kostenpflichtigen Steuersparhilfsprogrammen definitiv besser dran und spart sich eine Menge Arbeit. Bitte beachte bei Elster, dass es die Variante zum runterladen gibt namens ElsterFormular nicht mehr ab der Steuererklärung 2020 gibt und nur noch die online Variante namens MeinElster bzw elster online verfügbar ist. Auf dem Kanal werden wir dir auch zu den einzelnen Anlagen entsprechende Erklärvideos Stück für Stück bereit stellen.
Der Nachteil bei Elster ist nämlich schon, dass man schon mehr Arbeit hat und sich etwas in das Programm einarbeiten muss, da es kaum Tipps und Hilfestellungen gibt. Wer es deutlich schneller und einfacher haben möchte, greift dann wohl lieber zu Steuerhilfsprogrammen. Diese kosten zwar etwas Geld, sind aber in der Regel ohne Vorkenntnisse nutzbar und geben an den wichtigen Stellen Hilfestellungen, die bei einem Ungeübten sehr sinnvoll sein können und im Idealfall sogar mehr Geld bei der Steuererstattung rausholen.
In der Beschreibung haben wir dir Elster und zwei drei gute Steuerhilfsprogramme verlinkt, die dir viel Arbeit und Zeit sparen können.

Wenn du regelmäßig mehr Informationen zu den Themen “Steuern | Versicherungen | Finanzen” haben möchtest, dann abonniere am besten unseren Youtube-Kanal…viel Spaß dabei und bis zum nächsten Beitrag, dein Finanznerd Simon.

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Studenten Steuererklärung

So geht´s: Steuererklärung als Student – Das muss JEDER wissen

Jeder Student sollte eine Steuererklärung machen! Denn im schlimmsten Fall verschenkt er oder Sie richtig viel Geld! Warum sich das Ganze lohnt, auch wenn man aktuell noch gar kein Einkommen hat und was man gleich zu Beginn des Studiums tun kann, um später ganz einfach an sein Geld zu kommen – das erfahrt ihr in diesem Beitrag!

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Starten wir gleich im Schnelldurchlauf mit ein paar wichtigen Fragen und Mythen, die sich die meisten Studenten stellen:

Muss man an als Student eine Steuererklärung machen und bis wann hat man Zeit dafür?

In den meisten Fällen, als dualer oder auch als Vollzeit-Student, ist die Abgabe einer Steuererklärung freiwillig und man hat dafür vier Jahre rückwirkend Zeit. Es gibt noch einen Sonderfall, auf den wir gleich kommen bei dem man sogar 7 Jahre Zeit hat.

Anders sieht es mit der Pflicht aus, wenn man beispielsweise Einkommen aus mehreren Quellen hat , also aus einem Job mit einem Einkommen über 450,- € und daneben noch einem zweiten Job auf Lohnsteuerklasse 6 oder aber man hat unversteuerte Einnahmen, wie Mieterträge oder Kapitalerträge über 801,- € als Lediger. Außerdem ist man verpflichtet, wenn man verheiratet ist und die Steuerklassen 3 und 5 gewählt hat. In all diesen Fällen, muss man dann immer bis zum 31.07. des Folgejahres eine Steuererklärung abgeben.

Muss man alles belegen können und diese Belege einreichen?

Hier kann man ganz klar sagen, man muss alle Angaben, die man macht auch belegen können – ABER es müssen zunächst keine Belege mehr aktiv beim Finanzamt eingereicht werden. Es reicht diese für Rückfragen vom Finanzamt aufzubewahren.

Zählt BaföG als Einnahme die man versteuern muss?

Nein

Welche Hilfsmittel gibt es für die Abgabe einer Steuererklärung ?

Die Auswahl dabei wird immer größer. Auf Papier sollte sie allerdings keiner mehr machen, denn das ist verschenkte Zeit. Man kann sich aber für die kostenlose Online Variante von Elster registrieren, was die offizielle Lösung der Finanzbehörden ist. Dieses Programm liefert aber kaum Hilfe…einfacher machen es sogenannte Online-Steuererklärungen, die speziell für Studenten und ehemalige Studenten gemacht sind. Dabei spart man viel Zeit und wird vom Programm einfach durch den Steuerfall geleitet. Manchmal kosten diese Programme Geld, es gibt aber mittlerweile sogar Lösungen die zumindest für Studenten ohne Einkommen kostenlos sind. Elster und ein paar gute Hilfsprogramme verlinken wir euch gern in der Videobeschreibung. Zum Youtube-Video: https://youtu.be/cWrLoxNSzSM

Zum Thema haben wir bereits für Studenten mehrere Videos veröffentlicht und haben ein Excel-Tool gebaut, welches jeder Student während des Studiums verwenden kann, um seine Kosten und die Zahlen für die spätere Steuererklärung einfach aufzulisten und dann später nur noch übertragen muss. Wir stellen es kostenlos als kleine Starthilfe zur Verfügung. Also einfach mal ausprobieren.

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Schauen wir uns nun aber an, welche Kosten im Rahmen des Studiums überhaupt absetzbar sind.

Grundsätzlich kann man sagen, dass alle Kosten, die im direkten Zusammenhang mit dem Studium stehen, absetzbar sind.

Die häufigsten Kosten sind dabei.

  • Semestergebühren
  • Studienkosten und Prüfungsgebühren
  • Fahrtkosten: Zur Uni, zur Bibliothek, zu einem Arbeitgeber, zu Lerngruppen, Studienreisen und Praktika (Hierzu folgt gleich noch ein Tipp, denn das ist meist einer der größten Kostenpunkte, zumindest steuerlich gesehen)
  • Auslandssemester und – aufenthalte
  • Fachliteratur
  • Büromaterial
  • Laptop/PC (wenn auch für Studium verwendet)
  • Druckkosten für die Bachelor- und Master-Thesis
  • Verpflegungsmehraufwand
  • Kosten für einen Zweitwohnsitz in der Uni-Stadt
  • Zinsen des Studienkredits

…und viele mehr

Viele der genannten Kosten sind eindeutig, doch drei davon schauen wir uns näher an. Beginnen wir dabei mit den sehr wichtigen Fahrtkosten. Viele Studenten haben zwar in der Realität kaum Fahrtkosten, da sie über das Semesterticket mit den Öffentlichen Fahren, aber steuerlich sieht es anders aus und zwar kann man folgendes machen.

Für Fahrten zu dem Ort, den man am häufigsten besucht (man spricht dabei von der ersten Tätigkeitsstätte) darf man pauschal 30 Cent pro Kilometer für den Hinweg angeben und das für jede Fahrt. Also in vielen Fällen die Uni selber oder wenn man dualer Student ist kann es auch der Arbeitgeber sein. Bei Fahrten zu allen weiteren Orten, wie Lerngruppen oder in die Bibliothek, darf man dann sogar 30 Cent pro Kilometer für den Hin- und Rückweg ansetzen. Man spricht dabei von Auswärtstätigkeit. Und innerhalb eines Jahres kommt da ordentlich was an kosten zusammen.

Nehmen wir mal an ein Vollzeit-Student fährt in einem Jahr 100 mal in die Uni, die 10 Kilometer entfernt ist. Dann kann er dafür 100 Fahrten x 10 Kilometer x 30 Cent = 300,- €

Außerdem fährt er 70 mal in die Bibliothek, die 11 Kilometer entfernt ist. Dann kommen noch mal 70 Fahrten x 11 Kilometer x 30 Cent x 2 (da Auswärtstätigkeit) dazu = 462,- €

Doch das war es noch nicht, denn bei den Auswärtstätigkeiten darf man für eine Abwesenheit von zu Hause von mindestens 8 Stunden an dem Tag noch zusätzlich 12,- € pro Tag ansetzen. Und wenn dies bei unserem BeispielStudent von 70 Tagen der Auswärtstätigkeit dann 50 Tage waren, sind das nochmal 50 Tage x 12,- € = 600,- € an weiteren Kosten.

Also allein für seine Fahrwege und den Verpflegungsmehraufwand, kann dieser Student 1362,- € an Kosten geltend machen. Und je weiter die Wege und die Anzahl der Fahrten umso mehr kann man damit rausholen. Damit man die Fahrten und Abwesenheiten auch später nachvollziehen kann, haben wir diese Funktion ebenfalls im kostenlosen Tool integriert 😊

Zum Abschluss unserer kurzen Einführung kommen wir jetzt noch zu einer sehr Entscheidenden Sache bei der Steuererklärung als Student. Es geht leider seit Jahren um die Frage der Erst- oder Zweitausbildung. Warum ist dies steuerlich so wichtig.

Nach aktueller Handhabe der Finanzämter sind Kosten im Rahmen des ersten Studiums nur als Sonderausgabe bis 6000,- € pro Jahr absetzbar. Das Problem ist, dass Sonderausgaben nur mit Einkünften aus dem gleichen Jahr verrechnet werden können und da sehr viele Studenten kaum Einkommen haben und Steuern zahlen, verlieren sie also ihren Steuervorteil direkt in dem Jahr.

Anders sieht es beim Studium aus, wenn man bereits eine Ausbildung oder Studium, dass mindestens 12 Monate ging abgeschlossen hat. Dann sind alle weiteren Kosten als Werbungskosten unbegrenzt absetzbar UND man kann sie als Verlust von Jahr zu Jahr mitnehmen. Und das lohnt sich dann richtig, wenn man nämlich nach dem Studium in den Job einsteigt und Geld verdient und man den addierten Verlust der Studienjahre gegenrechnen kann. Je nach Einkommen und „Verlust den man im Studium erzielt hat“ kann man dann durchaus mit einer Steuererstattung zwischen 1000 und 4000,- € oder bei sehr hohem Einkommen mit noch mehr rechnen.

Also wirklich alles aufschreiben oder halt unser Tool verwenden und am Ende des Studiums richtig abkassieren.

Wir wünschen dir jedenfalls viel Erfolg beim Studium und der Steuererklärung und damit du keines unserer Videos aus den Bereichen Steuern Versicherungen und Finanzen mehr verpasst, abonniere unseren Kanal, wir freuen uns auf dich, dein Finanznerd Simon

 


Auswärtstätigkeit – Fahrtkosten und Verpflegungsaufwand steuerlich absetzen

 Mit den folgenden Möglichkeiten, kannst du wirklich sehr einfach einen vierstelligen Betrag vom Finanzamt wieder bekommen – netto aufs Konto 🙂

Denn in deiner Steuerklärung kannst du mit Hilfe der sogenannten Werbungskosten dein zu versteuerndes Einkommen deutlich senken.

In diesem Blog geht es speziell um die Kosten im Rahmen einer sogenannten Auswärtstätigkeit. Solltest du noch mehr über die anderen gängigen Werbungskosten erfahren wollen, dann kannst du dir hierzu im Anschluss meinen Blogartikel zum Thema “Werbungskosten”, welchen du ebenfalls auf der Homepage findest, anschauen.


 

→ Stellt sich nun die Frage:

„Was ist eine Auswärtstätigkeit?“

Das Wort Auswärtstätigkeit ist ja leider (wie so vieles im Steuerrecht) nicht selbsterklärend und auch im Gesetz gibt es keine eindeutige Definition hierzu. Dabei ist es eigentlich ganz einfach…

Wenn du deiner Arbeit nicht nur an einem festgeschriebenen Ort nachgehst, sondern du an weiteren Orten arbeitest, dann zählen alle Arbeiten, die du an den weiteren Orten verrichtest als Auswärtstätigkeit.

Ich merke mir hierzu immer die beiden folgenden Beispiele:

In deinem Arbeitsvertrag ist eine erste Tätigkeitsstätte festgeschrieben und du musst aber auch an anderen Orten arbeiten, wie zum Beispiel oft im Einzelhandel….Das heisst, in deinem Arbeitsvertrag ist geregelt, dass deine erste Arbeitsstätte beispielsweise in der Filiale in der Müllerstraße liegt. Außerdem musst du aber des öfteren auch in den Filialen in der Kaiserstraße und Wilhelmstraße arbeiten, dann sind die Filialen Kaiserstraße und Wilhelmstraße deine Auswärtstätigkeiten. Ähnlich wie beim Fußball, wo jede Mannschaft ihr Heimstadion hat, aber auch regelmäßig zu Auswärtsspielen fährt.

Oder aber es ist gar kein fester Ort vertraglich definiert und du arbeitest an sich wechselnden Orten, dann sind alle diese Orte eine Auswärtstätigkeit, wie oftmals bei Bauarbeitern.Also eher die reisenden Tätigkeiten.


 

Welche Berufsgruppen können das also nutzen ?

Dafür dass diese Möglichkeit gar nicht so bekannt ist, betrifft es letztendlich dennoch Millionen von Arbeitnehmern und Selbstständige in Deutschland

Hierzu zählen insbesondere

→ Fast alle fahrenden Berufe, wie Busfahrer, Bahnfahrer- und Zugpersonal, LKW-Fahrer, Kuriere, etc.

→ Post- und Paketboten

→ Flugbegleiterinnen

→ Sicherheitspersonal

→ fast alle handwerklichen Berufe, auf Grund der meist wechselnden Baustellen und Einsatzorte

Diese Liste ist wirklich lang, prüft einfach ob bei eurer Tätigkeit die vorher beschriebenen Anforderung erfüllt werden.


 

Wie kommst du zu deiner Erstattung?

Sollten die genannten Bedingungen auf dich zutreffen, dann kannst du in der Regel zwei große Kostenpositionen für dich bilden.

  1. Die Fahrtkosten: Hierbei kannst du ab dem ersten Kilometer entweder die wirklich entstandenen Kosten absetzen oder aber und das ist meine Empfehlung um es einfach zu haben du setzt pro Kilometer 30 Cent als Kosten ab und das nicht wie bei der normalen Entfernungspauschale nur für den Hinweg sondern auch für den Rückweg !!! Je nachdem wie weit du also zur Arbeit gefahren bist lohnt sich das durch die Verdoppelung richtig. Die errechneten Kosten trägst du dann in der Anlage N Seite”Auswärtstätigkeit” Zeile 49 ein.

  2. Der Verpflegungsmehraufwand: Da es laut dem Gesetzgeber, für Menschen die an unterschiedlichen Orten arbeiten schwieriger ist sich zu verpflegen, weil sie zum Beispiel keine feste Kantine mit vom Arbeitgeber subventionierten Mahlzeiten haben oder keine Büroküche, in der sie sich ihr mitgebrachtes Essen warm machen können, steht diesen, der sogenannten Verpflegungsmehraufwand zur Verfügung. Dieser ermöglicht es, dass du pro Tag an dem du länger als 8 Stunden auf Grund der Arbeit „auswärts“ bist 12,- als Pauschale ansetzen kannst, solltest du sogar länger als 24 Stunden unterwegs sein , sind es 24 € pro Tag. Die genannten Zeiten gelten ab Verlassen des Wohnortes, bis zur Rückkehr – natürlich auf direktem Weg und nicht wenn du noch einkaufen warst oder Freunde und Familie besucht hast 😉  Bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten und auch Tätigkeiten im Ausland, gibt es dann noch Sonderregelungen für An- und Abreisetage , hierbei bekommst du pauschal für den An- und Abreisetag ebenfalls 12,- €. Im Ausland gelten für jedes Land andere Tagessätze, die du verwenden kannst, hierzu habe ich dir einen Link (http://www.reisekostenabrechnung.com/verpflegungsmehraufwand-2016/) zu einer Übersicht beigefügt, prüfe aber in der Zukunft immer, welcher der dann gültige Sätze gerade aktuell ist. Die geltend zu machenden Kosten trägst du dann ebenfalls in der Anlage N (für Nichtselbstständige Tätigkeit) auf der Seite Auswärtstätgikeit in den Zeilen 52-54 für Aufenthalte in Deutschland und in danach folgenden Zeilen für Auslandsaufenthalte ein.

  3. BEACHTE: Beim Verpflegungsmehraufwand ist aber zu beachten, dass dieser maximal 3 Monate für die gleiche Auswärtstätigkeit bzw. den gleichen Ort gezahlt wird und wenn dir dein Arbeitgeber die Verpflegung stellt du einen gewissen Prozentsatz nicht absetzen darfst – mehr dazu findest du auch auf der Seite (http://www.reisekostenabrechnung.com/verpflegungsmehraufwand-kuerzen/)


 

Lohnt sich das?

Kurze Antwort: Ja, es lohnt sich !!!!

An einem Beispiel wird das schnell deutlich

nehmen wir an du warst im letzten Jahr an 218 Tagen arbeiten und dadurch immer länger als 8 Stunden auswärts. Insgesamt hattest du um es einfach zu machen fünf Arbeitsorte mit folgenden Entfernungen und Arbeitstagen:

1.Arbeitsort 19 km entfernt und 54 Arbeitstage

2. Arbeitsort 4 KM entfernt und 33 Arbeitstage

3. Arbeitsort 11 Km entfernt und 47 Arbeitstag

4.Arbeitsort 28 km entfernt und 60 Arbeitstage

5. Arbeitsort 8 km entfernt und 24 Arbeitstage

Nun rechnest du für jeden Arbeitsort deine pauschalen Fahrtkosten aus,

also für den ersten Arbeitsort 24 KM mal 2 (Hin- und Rückweg) mal 54 Arbeitstage mal 30 Cent = 777,60 ,- €

ergibt beim 2.Arbeitsort → 4 km x 2 (Hin- und Rückweg zählt) mal 33 Tage mal 30 Cent 79,20€

beim dritten Arbeitsort → 11 km x 2 mal 47 Tage mal 30 Cent → 310,20

beim vierten Arbeitsort –>  1008,- €

und beim fünften Arbeitsort → 115,20 €

Als Fahrtkosten ergeben sich somit circa 2290,- €

Da du auch immer länger als 8 Stunden auswärts warst, erhältst du zusätzlich für deinen Verpflegungsmehraufwand an 218 Arbeitstagen jeweils 12,- € pro Tag, was einen Betrag von 2616,- € ergibt

Zusammen also Gesamtkosten nur in diesem Teilbereich der Steuer von 4906,- €

Da das Finanzamt für den gesamten Bereich der Werbungskosten jährlich nur 1000,- € im Rahmen des Arbeitnehmerpauschbetrages automatisch absetzt und du mit der Auswärtstätigkeit allein 3906,- € mehr geltend machen kannst, erhältst du beispielsweise bei einem Jahrebruttoeinkommen von 25.000,- € und einem sich daraus ergebenden Grenzsteuersatz von knapp 30% eine Steuererstattung in Höhe von rund 1150,- €.

Ich kann also ohne zu übetreiben sagen: JA, es lohnt sich!


 

Im Steuerrecht gibt es natürlich noch viele Ausnahmen und Sonderfälle, solltest du hierzu spezielle Fragen haben die den konkreten Einzelfall betreffen, kann dir ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein sicherlich weiter helfen.

” DEIN GELD IN DEINEN HÄNDEN “

Viel Erfolg dabei …

Dein FinanzNerd


Werbungskostenpauschale 2018

Werbungskosten – Steuererstattung einfach gemacht!

Eine Steuererklärung kann sehr kompliziert und aufwendig sein , doch es gibt einen einfachen und sehr effizienten Weg, wie du als Arbeitnehmer ohne viel Aufwand eine hohe Steuererstattung vom Finanzamt erhältst und das nicht nur anhand der Werbungskostenpauschale 2018…so funktioniert das Ganze.
 

Jeder Arbeitnehmer hat gewisse Kosten die anfallen, weil er arbeiten geht und ein Einkommen erzielt, diese mindern direkt das zu versteuernde Einkommen und sorgen dafür, dass du weniger Steuern zahlen musst.

Laut Definition sind Werbungskosten alle Aufwendungen, die zum Erwerb,zur Sicherung und zum Erhalt der Einnahmen dienen, du kannst hier also kreativ werden und überlegen, was du damit in Verbindung bringen kannst. Denn der Staat bzw. das Finanzamt setzt hierfür aktuell lediglich 1.000,- € jährlich als sogenannten Arbeitnehmerpauschbetrag an.

Wenn wir es also nun schaffen, dass du mehr als diese 1.000,- € absetzen kannst, dann wird deine Steuererstattung immer wahrscheinlicher 🙂

Grundsätzlich gibt es ein paar Ausgaben, die eigentlich jeder in diesem Bereich hat oder in Vorbereitung auf den Job hatte.

Da sind zum Beispiel…

Die Entfernungspauschale

Hier kannst du für den Hinweg zwischen deinem Wohnort und deiner Arbeitsstelle 0,30 Cent pro Kilometer geltend machen und das egal wie du dorthin gekommen bist ,ob gelaufen, gefahren , geschwommen geflogen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, es zählt einfach nur die Entfernung.

Wohnst du also 18 Kilometer von deiner Arbeit entfernt und warst an 221 Tagen arbeiten, dann sind das immerhin schon 1193,-€ die du ohne jeden Nachweis absetzen kannst.

Arbeitsmittel

Das sind Hilfsmittel, die du zur Erledigung deiner Arbeit benötigst und die du selber bezahlt hast….

wie zum Beispiel: Büromaterial, Computer, Fachbücher, Werkzeuge oder aber auch deine Berufsbekleidung und dessen Reinigungskosten.

Grundsätzlich ist nur eines wichtig, man muss diese Sachen klar deinem Beruf zuordnen können, es lohnt sich also hier kreativ zu werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit diese nur anteilig anzusetzen, falls zum Beispiel deinen Laptop sowohl beruglich als auch privat nutzt.

Solltest du in diesem Bereich keine Kosten gehabt haben, kannst du ohne Nachweis eine Pauschale von aktuell 110,- € ansetzen.

Fortbildungskosten

Alle Kosten, die du auf Grund einer Fortbildung oder einem Zweitstudium (auch Masterstudium) gehabt hast, zum Beispiel durch Kurs- und Prüfungsgebühren, Lehr-/Schreibmaterial, Semestergebühren, den Wegen dorthin (auch hier gilt die Entfernungspauschale) oder ähnlichem kannst du im Rahmen der Werbungskosten geltend machen. Hier gilt wieder: Alles was du in Zusammenhang mit der Fort- und Weiterbildung bringen kannst – ansetzen! 🙂

Bewerbungskosten

Auch wenn du Bewerbungskosten in einem Jahr hattest, kannst du dir davon einen Teil vom Staat zurückholen. Solltet du keine Belege mehr dafür haben, so sind 9,- € für schriftliche Bewerbungen mit Mappe und 2,50 € für Bewerbungen ohne Mappe laut dem Finanzgericht Köln angemessen. Und auch hier kannst du wieder den Weg zum Bewerbungsgespräch oder Einstellungstest mit 30 Cent pro Kilometer ansetzen, diesmal sogar für den Hin und Rückweg. Da kommt schnell ein ordentlicher Betrag zustande, insbesondere wenn du dich in einer anderen Stadt beworben hast.

Und wenn du dann auch noch erfolgreich warst und auf Grund des neuen Jobs umziehen musst, rappelt es richtig im Geldbeutel, denn dann kannst du die Maklergebühren der neuen Wohnung, den Transport deines Hausrats und auch wieder die Fahrtkosten zu Wohnungsbesichtigungen absetzen. Für alles sonstigen Umzugskosten kannst du dann auch noch zusätzlich eine pauschale absetzen:

 

Ende des Umzugs       Verheiratete/Alleinerziehende   Ledige   Zuschlag für jede weitere Person im Haushalt

bis 28. Februar 2014                     1.390 €                              695 €                                     306 €

ab 1. März 2014                            1.429 €                              715 €                                      315 €

ab 1. März 2015                            1.460 €                              730 €                                      322 €

ab 1. März 2016                            1.493 €                              746 €                                      329 €

ab 1. März 2017                            1.528 €                              764 €                                      337 €

Quelle: BMF-Schreiben vom 18. Oktober 2016

Kontoführungsgebühren

Kleinvieh macht auch Mist: Die Kontoführungsgebühren deines Girokontos kannst du über eine Pauschale von aktuell 16,- € ohne Nachweis absetzen.

Man könnte die Liste der möglichen Kosten noch sehr lange fortsetzen, insbesondere die Möglichkeiten bei Auswärtstätigkeiten, also alle Berufe, die nicht nur an einer Stelle ausgeübt werden, wie zum Beispiel Kraft- und Busfahrer, Handwerker und Bauarbeiter, Müllmänner und Straßenreinigung, Flugbegleiter und und und haben noch weitere sehr wirkungsvolle Mittel um einen richtigen Batzen Geld vom Staat zurückzubekommen!

Sollte dich dieser Punkt interessieren, so lese dir meinen Blogartikel zum Thema Auswärtstätigkeiten an und hole dir das Geld, welches dir zusteht.

 

Fassen wir zusammen

  • Alle Wege zur Arbeit, zu Bewerbungsgesprächen, zu Fortbildungen, zu Wohnungsbesichtigungen für berufliche Umzüge sind über pauschalen absetzbar, solltest du höhere Kosten als die ansetzbaren 30 Cent pro Kilometer gehabt haben, kannst du diese mit Nachweisen natürlich auch geltend machen.

  • Arbeitsmittel mit Nachweis oder pauschal 110,- €

  • Fortbildungskosten

  • Kosten zur Erlangung einer neuen Arbeitsstelle inklusive eventueller Umzugskosten, denkt hier an die pauschalen 9,- oder 2,50 € je Bewerbung

  • Kontoführungsgebühren pauschal mit 16,- €

  • Auswärtstätigkeiten

Nun viel Spaß beim einsammeln deiner Steuererstattung. ” DEIN GELD IN DEINEN HÄNDEN “

Dein FinanzNerd


Beste Steuersoftware

Beste Steuersoftware – Steuererklärung selber machen

Der Markt an Hilfsmitteln zur Erstellung und Abgabe einer Steuererklärung wird immer größer und es stellt sich die Frage, welches die beste Steuersoftware ist. Die Zeiten wo man sich durch einen Stapel aus Papieren vom Finanzamt kämpfen und alles handschriftlich eintragen musste sind zum Glück vorbei. Merkwürdigerweise machen sich aber noch viel zu viele Leute diesen manuellen Aufwand, wenn du das nicht möchtest, dann kann ich dir zwei Hilfsmittel empfehlen

Grundsätzlich kommt es darauf an, wie fit du in dem Thema Steuern eigentlich schon bist:

  1. Entweder du hast noch keine Erfahrungen oder bist dir bei der Eintragung der Daten sehr unsicher

  2. oder du hast eventuell schon Erfahrungen, weißt was du wo eintragen möchtest oder möchtest es lernen und schaust dir hierzu gern meine Videos mit den entsprechenden Themen an und möchtest den effektivsten, kostenlosen Weg zur Abgabe deiner Steuererklärung finden.

Egal zu welcher der beiden Gruppen du gehörst, habe ich eine hilfreiche Empfehlung für dich.


 

Solltest du zur ersten Gruppe gehören, dann empfehle ich dir eine sogenannte Steuersparsoftware.

Diese führt dich von Anfang bis zum Ende durch deinen Steuerfall und hat meist hilfreiche Erklärungen und zusätzliche Infos zu den unterschiedlichen Eintragungsmöglichkeiten. Der Vorteil ist, dass die meisten sehr übersichtlich sind und du dir kaum eigene Gedanken machen musst. Folge einfach den Fragen auf dem Bildschirm und trage deine Zahlen in die entsprechenden Felder ein. Viele Programme rechnen dir sogar in Echtzeit aus, mit welcher Steuererstattung du am Ende rechnen kannst, was natürlich zusätzlich motivieren kann.

Du kannst hierbei zwischen Software zum installieren oder einer unkomplizierten online-Lösungen wählen. Nach meinen persönlichen Erfahrungen, kann ich dir die online-Lösung von smartsteuer empfehlen. Der große Vorteil ist wie ich finde, die Schritt für Schritt Vorgehensweise und die Übersichtlichkeit, bei einem noch überschaubaren Preis… und genau das ist auch ein negativer Punkt dieser ganzen Programme , denn leider haben diese Programme den Nachteil, dass Sie Geld kosten. Was , wie ich persönlich finde, ja dem Sinn einer Steuererklärung , nämlich so viel Geld wie möglich wieder zu bekommen, also mehr in der Tasche zu haben teilweise entgegen steht.

Dennoch ist es ein seht guter Einstieg in deine persönlichen Steuerangelegenheiten und hilft sehr gut dich zu Beginn überhaupt mit dem Thema zu befassen. Denn viel zu viele Menschen verschenken in diesem Bereich Geld an den Staat.

Was ich zusätzlich besonders fair an Smartsteuer finde, dass du bei Smartsteuer auch erst mal deine Steuererstattung berechnen und dann entscheiden kannst, ob es sich überhaupt für dich lohnt eine Steuererklärung abzugeben. Erst wennn du sie wirklich verschicken möchtest, fällt hierfür eine Gebühr hierfür an.


 

Für alle die zur zweiten Gruppe, also den Erfahrenen und denjenigen die es werden wollen gehören, empfehle ich ganz klar die kostenlose Steuersoftware von den Finanzbehörden, namens Elster (was einfach für elektronische Steuererklärung steht).

Diese ist immer aktuell, deine Daten werden nicht irgendwo zwischengespeichert (also auch ein Vorteil in Sachen Datenschutz) und direkt elektronisch an dein zuständiges Finanzamt übermittelt. Es gibt keine Einschränkungen für gewisse Sonderfälle, was insbesondere für Selbstständige und Unternehmer wichtig ist, sondern du kannst alles was in Sachen Steuern möglich ist, damit erledigen.

Mit etwas Übung und Erfahrung ist es der absolut schnellste Weg deine Steuererklärung anzufertigen. Du musst nicht Schritt für Schritt unzählige Fragen und Eventualitäten durchgehen, sondern kannst dir genau die Felder und Formulare auswählen welche du brauchst, was dir viel Zeit sparen kann. Ich persönlich mache meine Steuererklärungen nur noch mit Elster und bin mittlerweile ein großer Fan davon.


 

Bei beiden Wegen hast du die Möglichkeit deine Daten für das nächste Jahr zu speichern, was dir beim nächsten ausfüllen natürlich sehr viel Zeit spart – also wer bisher das ganze noch handschriftlich gemacht hat, sollte spätestens jetzt umsteigen 😉

Für was du dich entscheidest , ist natürlich dir überlassen und beide Wege haben Ihre Vor- und Nachteile, Hauptsache du holst dir überhaupt das Geld was dir zusteht – getreu meinem Motto „Dein Geld in Deinen Händen“

Solltest du weitere Fragen zu dem Thema haben, dann schaue dir meine anderen Videos an, schreib in die Kommentare oder schicke mir eine Mail an info@finanznerd.de

Viel Spaß beim anfertigen deiner Steuererklärung.

Dein FinanzNerd


Riester absetzen

Riester von der Steuer absetzen – Anlage AV einfach erklärt

Die Riester Rente , das wohl am meisten diskutierte und auch kritisierte Finanzprodukt der letzten 10/15 Jahre in Deutschland – sie hat auf der einen Seite Vorteile , sie hat aber auch auf der anderen Seite ein paar Nachteile und Einschränkungen – eines steht fest : Jeder der sich für einen Riester-Vertrag entschieden hat, sollte unbedingt die Förderungen für sich nutzen. Wie das geht zeige ich dir in diesem Blogartikel.


 

Die Beiträge zu deinem Riester-Vertrag, ganz egal, ob in einem Sparplan, in eine Rentenversicherung oder einen Bausparvertrag einbezahlt, kannst du mit Hilfe der Anlage AV von der Steuer absetzen.

Zunächst wählst du die Anlage AV aus, gibst deine Sozialversicherungsnummer,diese findest du fast immer auf deiner Gehaltsabrechnung oder auf der von deinem Anbieter jährlich erstellten Bescheinigung nach §92 EStG, ein.

Daneben ist dann das Feld für alle, die einer landwirtschaftlichen Alterskasse angehören.

Im Anschluss trägst du die Anzahl der Riester-Verträge von dir und deinem Ehepartner oder Ehepartnerin ein.

In Zeile 7 wird nun nach den im letzten Jahr gezahlten Beiträgen gefragt, welche du ebenfalls auf der §92 Bescheinigung oder anhand deiner Kontoauszüge oder ähnlichem nachvollziehen kannst.

Die Zeile 8 ist in sofern für dich relevant, wenn du zum Beispiel innerhalb des letzten Jahres den Anbieter gewechselt hast, ansonsten kannst du dort „nein“ ankreuzen.

Da es in diesem Blogartikel um das absetzen deiner Riester geht – gehe ich an dieser Stelle mal davon aus, dass du unmittelbar zum förderfähigen Personenkreis gehörst und somit auch zulagenberechtigt bist.

Bei Fragen zu allen anderen Fällen, schreib mir einfach direkt eine Mail.

Die Zeilen 10-18 sind dann für deine Einkünfte aus dem entsprechenden Jahr, hierbei ist für die meisten Arbeitnehmer die Zeile 10 und für Beamte die Zeile 11 entscheidend.


 

Am Ende des Formulars sind dann noch die Eintragungen für Sparer mit Kindern möglich, wo die Anzahl der Kinder, welche vor und nach dem 01.01.2008 geboren sind, abgefragt werden. Auch hier gibt es wieder die Möglichkeit einen Sonderfall zu berücksichtigen, nämlich wenn die Mutter des Kindes (dieser steht laut Gesetz grundsätzlich die Kinderzulage zu) diese an den Vater des Kindes oder den Lebenspartner abtritt – was aber auch eher die Ausnahme darstellt.

Wenn du die Anlage AV nun richtig ausgefüllt hast, werden die Beiträge von deinem zu versteuernden Einkommen abgezogen.

Gerne kannst du dir hierzu auch mein Video anschauen, wo ich die einzelnen Schritte auch direkt am Bildschirm mit dir durchgehe.

Viel Spaß beim absetzen …

Dein FinanzNerd


BELEGE BELEGE BELEGE – oder doch nicht?

Das Anfertigen einer Steuererklärung ist ja nicht unbedingt die spannendste Sache, um seine freie Zeit zu verbringen. Ich kenne Menschen, die sind mehrere Tage damit beschäftigt, weil Sie sich viel zu viel Aufwand machen.

Mit ein paar richtigen Informationen, kannst du aber deinen Aufwand drastisch reduzieren und viel Zeit sparen.

Eine dieser Information ist, dass du mittlerweile als Arbeitnehmer relativ wenig Belege dem Finanzamt wirklich vorlegen musst.

Denn auch die Finanzbehörden versuchen, den Prüfungsaufwand etwas zu reduzieren und verzichten somit in den meisten Fällen auf eine gesonderte Vorlage.

Das heisst für dich : Kein Anfertigen von Kopien, du musst nicht mehr chronologisch Sortieren und der Versand wird auch einfacher und günstiger – Du kannst dir hier also wirklich viel Zeit und Arbeit sparen!

Wenn du Elster das offizielle Programm der Finanzbehörden nutzt, zeigt dir dieses im Anschreiben, welches auf Knopfdruck automatisch erstellt wird, an welche Nachweise und Rechnungen du vorzulegen hast.

Außerdem empfehle ich dir bei besonderen Lebensumständen bzw Änderungen in deinen Steuerangelegenheiten eigenständig die entsprechenden Belege einzureichen. Insbesondere bei beruflichen Umzügen, einer doppelten Haushaltsführung oder der Einrichtung eines häuslichen Arbeitszimmers macht dies Sinn. Der Finanzbeamte würde nämlich bei so gravierenden und sich stark auf deine Steuerlast auswirkenden Änderungen in der Regel später Belege nachfordern und du kannst durch eigene Initiative die Bearbeitung deiner Steuerklärung deutlich beschleunigen.

Sei dir bewusst, dass im Finanzamt ja immernoch ein Mensch deinen Fall bearbeitet und je ungewöhnlicher deine Eintragungen sind, du jedes noch so kleine Schlupfloch nutzt und je mehr du an Steuererstattung rausholst, umso misstrauischer wird dein Sachbearbeiter und fängt an nachzuprüfen. Da kommt es etwas auf dein Fingergefühl an, denn mit dem Finanzamt solltest du es dir nicht verscherzen.

Dein FinanzNerd

Studentensteuererklärung

Studium absetzen und Geld vom Finanzamt bekommen – Studentensteuererklärung !

Ein Studium kostet neben der Zeit und Nerven in der Regel auch immer Geld. In den Jahren des Studiums kommen hierbei teilweise mehrere Tausend Euro an Aufwendungen zusammen. Doch ein Großteil der Kosten sind steuerlich absetzbar und ein Student kann in vielen Fällen einen ordentlichen Betrag vom Finanzamt im Rahmen seiner Steuererklärung erstattet bekommen.

Die wichtigste Steuerrechtliche Frage zu Beginn ist immer, um welche Ausbildung bzw. Studium es sich handelt. Hattest du Aufwendungen in einem Erststudium oder hast du bereits einen Abschluss , z. B. aus einem Bachelorstudium oder eventuell eine abgeschlossene Erstausbildung, die mindestens 12 Monate ging und einen Zusammenhang zum jetzigen Studium hatte !?

Die Kosten werden nämlich je nach Art des Studiums steuerlich anders behandelt. Aktuell laufen hierzu mehrere gerichtliche Verfahren, die grob gesagt die Gleichstellung von Erst- und Zweitstudium fordern. Wie in diesen Fällen entschieden wird weiß niemand, also solltest du einige Dinge heute schon beachten. Mehr dazu in meinem Youtube-Video.


Starten wir zunächst mal mit einer Auflistung der häufigsten Kosten im Rahmen eines Studiums:

Voll absetzbar sind zum Beispiel

  • Semester- und Studiengebühren

  • Prüfungs- und Zulassungsgebühren

  • Schreibmaterial

  • Fachliteratur

  • Kosten für die Erstellung der Bachelor und oder Masterthesis

  • Zinsen für den Studienkredit (wichtig: nur die Zinsen)

wiederum teilweise oder mit Pauschalen absetzbar sind zum Beispiel

  • Laptopanschaffung (in Höhe des beruflichen Anteils)

  • Fahrtkosten

  • Verpflegungsmehraufwand

  • Kontoführungsgebühren

  • Bewerbungskosten

und noch einige mehr…

Grundsätzlich musst du die Kosten nicht aktiv mit Belegen nachweisen, sondern du musst diese für Rückfragen des Finanzamtes aufbewahren. Je plausibler deine Angaben sind, umso weniger nachfragen werden vom Finanzamt kommen. Möchtest du versuchen für Schreibmaterial 1000,- € innerhalb eines Jahres absetzen , so wird der Sachbearbeiter das eher nicht ohne Nachweise akzeptieren. Genauso können bei privater und beruflicher Nutzung von technischen Gegenständen wie zum Beispiel einem Laptop nur der berufliche Teil angesetzt werden. Dieser kann aber in der Regel auch nur grob geschätzt werden oder ihr führt ein Computernutzungstagebuch, was sich aber vom Aufwand und Nutzen eher nicht lohnen wird.

Bei Geräten deren Anschaffungspreis bei netto über 410,- € liegt, müssen die Kosten außerdem auf drei Jahre verteilt werden.

Bedenke bitte auch, dass die Anschaffung eines 2500,- Euro teuren Hochleistungscomputer bei vielen Studiengängen, die nicht direkt mit IT/EDV oder aufwendigen Grafikarbeiten zu tun haben auch oft als unverhältnismäßig angesehen werden.

Ein wichtiger Kostenpunkt in der Steuererklärung sind für viele Studenten die Fahrtkosten und die Kosten für Verpflegung . Es lohnt sich hierbei genauer hinzuschauen.

Das Finanzamt unterscheidet hierbei nämlich die Fahrten zur sogenannten ersten Tätigkeitsstätte, welche in der Regel die Uni oder Hochschule ist und alle anderen Fahrten, wie zum Beispiel in die Bibliothek, zu privaten Lerngruppen, zu Seminaren, zu Nebenjobs und Ähnlichen…

Die Fahrten zu ersten Tätigkeitsstätte kannst du mit 30 Cent pro Kilometer für den Hinweg über die Pendlerpauschale ansetzen.

Alle anderen Fahrten werden als Reisekosten sogar mit 30 Cent für den Hin- und Rückweg angesetzt. Zusätzlich kannst du hier den Verpflegungsmehraufwand pauschal berechnen. Für jeden Tag an dem du im Rahmen deines Studiums mehr als 8 Stunden von zu Hause abwesend und nicht direkt in der Uni sondern in einem der anderen Orte bist kannst du seit 2014 12,- € und für alle Jahre davor 6,- € berechnen.

Sollte sich deine Abwesenheit über einen noch längeren Zeitraum erstrecken, zum Beispiel weil du mehrere Tage zu einem Seminar fährst, dann kannst du jeweils für den An- und Abreisetag und pro Tag vor Ort 24,- € addieren.


 

Konkret könnte das wie folgt aussehen.

Du bist an 100 Tagen 17 Kilometer direkt in die Uni gefahren und erhältst hierfür 30 Cent pro Kilometer             –> also 100 x 17 x 0,3 = 510,- €

Außerdem warst du an 60 Tagen in der 18 Kilometer entfernten Bibliothek und 40 Tage mal bei deinem Nebenjob, welcher 7 Kilometer von dir zu Hause entfernt ist.

→ 60 Tage x 36 KM (Hin und Rückweg) x 0,3 € =648,- €

→ 40Tage x 14 KM x 0,3 € = 168,- €

Bleibt noch der Verpflegungsmehraufwand, weil du bei deinen Bibliotheks-Besuchen und deinem Nebenjob an 65 Tagen mehr als 8 Stunden abwesend warst

→ 65 Tage x 12,- € Verpflegungspauschale = 780,- €

Allein aus diesem Bereich könntest du in diesem Fall insgesamt 2106,- € an Kosten für dich geltend machen. Je weiter und öfter du also gefahren bist und umso länger du von zu Hause dafür unterwegs warst, umso mehr lohnt sich das Ganze für dich.


 

Am Ende eines Studiums bleibt ja dann auch noch die Suche nach einem passenden Job. Hierbei kannst du die Fahrten zu Bewerbungsgesprächen ebenfalls mit 30 Cent pro Kilometer Hin- und Rückweg berechnen. Außerdem werden laut dem Finanzgericht Köln für eine schriftliche Bewerbung mit Mappe 8,50 € und für eine Online-Bewerbung 2,50 € akzeptiert. Solltest du tatsächlich höhere Kosten gehabt haben, so kannst du diese natürlich auch angeben, musst sie dann aber gegebenfalls schriftlich nachweisen.


 

Zu guter Letzt bleiben dann noch die beliebten Kontoführungsgebühren in Höhe von pauschal 16,- €, welche du im Rahmen der Werbungskosten für dich geltend machen kannst. Und hierbei kommen wir auch schon zu der vorhin angesprochenen Frage um welches Studium es sich handelt.

Nach aktueller Rechtslage sind die Kosten im Rahmen eines Erststudiums nur als Sonderausgaben bis zu einem Betrag von aktuell 6.000,- € absetzbar.

Die Kosten für ein Zweit- oder auch Masterstudium sind hingegen ohne Begrenzung als Werbungskosten absetzbar.

Dabei kommt es in erster Linie nicht unbedingt auf die Höhe der absetzbaren Kosten an, sondern auch auf dessen Auswirkungen an.

Der Abzug der Sonderausgaben wirkt sich nämlich immer nur im entsprechenden Jahr direkt aus und wird dort mit den positiven Einnahmen verrechnet. Viele Studenten haben aber im Studium keine oder nur sehr geringe zu versteuernde Einnahmen (denn finanzielle Hilfe von den Eltern, Minijobs, Studienkredite und BaFög zählen nicht dazu) und somit kaum einen Steuervorteil. Weniger als null Euro kann man ja nicht verdienen.

Anders sieht es beim Abzug als Werbungskosten aus. Hierbei werden die Aufwendungen zwar auch von den Einnahmen abgezogen, allerdings mit dem Unterschied, dass Kosten die, welche die Einnahmen übersteigen als Minus bzw. Verlust in die nächsten Jahre mitgenommen werden können. Sollte der Student also über zum Beispiel vier Jahre einen „Verlust“ von insgesamt 10.000,- € geltend machen, dann wird dieser im ersten Jahr der richtigen Einnahmen mit dem Einkommen verrechnet. Je nach dann erzieltem Einkommen können das dann schnell mehrere tausend Euros Steuererstattung sein.


 

Auf Grund der laufenden Prozesse raten viele Experten dazu, die Kosten immer als Werbungskosten abzusetzen. Das Finanzamt wird zwar höchstwahrscheinlich aktuell dieser Absetzung nicht zustimmen, aber wenn du hierzu einen schriftlichen Einspruch mit dem Vermerk der laufenden Prozesse einlegst, wir dein Bescheid nur vorläufig bzw. unter Vorbehalt festgesetzt und bei einer positiven Entscheidung später hast du dann eine Chance auf die neue Rechtsprechung.

Die Sonderfälle wie ein durch das Studium bedingter Umzug mit doppelter Haushaltsführung, ein häusliches Arbeitszimmer, Auslandssemester oder ein duales Studium habe ich in diesem Artikel bewusst weggelassen, damit er nicht zu lang und zu kompliziert wird.

Viel Erfolg beim absetzen – “Dein Geld in  Deinen Händen”


Steuern sparen als Mieter – Nebenkosten absetzen

Als Mieter einer Wohnung oder eines Hauses zahlst du jeden Monat einen ordentlichen Anteil an Nebenkosten für die Pflege und Bewirtschaftung des Objektes, in dem du wohnst.

Dein Vermieter stellt dir hierzu eine jährliche Abrechnung aus, in der die einzelnen Werte und dein Anteil genau aufgeschlüsselt sein müssen. Und an dieser Stelle kommt uns der Paragraf 35a EStG zur Hilfe, dieser besagt, dass ein Mieter gewisse Kosten in der Steuererklärung ansetzen und 20 Prozent davon direkt zurückbekommen kann. Das Steuerrecht spricht hierbei von Haushaltsnahen Dienstleistungen – wieder eine tolle Wortkreation, die niemand so im Alltag benutzt – aber es umfasst Arbeiten, die man selbst oder ein Mitglied des Haushalts ebenfalls erledigen könnte und die direkt im Haushalt oder auf dessen Grundstück erledigt werden – klingt alles noch sehr theoretisch…

Um es konkreter zu machen , hier ein paar gängige Beispiele:

  • Hausmeister
  • Gartenpflege
  • Schneebeseitigung und Winterdienst
  • Spielplatzreinigung
  • Hausreinigung
  • Straßenreinigung
  • Laubentsorgung

Bitte beachte hierbei, dass lediglich der Anteil der Arbeits- und Fahrtkosten und nicht die Materialkosten absetzbar sind. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass viele Vermieter aber leider nicht genau aufschlüsseln, welche Material und welche Arbeitskosten angefallen sind, obwohl dies vorgeschrieben ist. Frage in einem solchen Fall unbedingt bei deinem Vermieter nach.

Weitere eher seltenere Kosten, die zu den Haushaltsnahen Dienstleistungen zählen und wahrscheinlich nicht direkt in deiner Nebenkostenabrechnung auftauchen, können sein:

  • Putzfrau
  • Kinderbetreuung durch Tagesmutter oder Au-Pair im eigenen Haushalt
  • Fensterputzer
  • ambulanter Pflegedienst
  • Haustierbetreuung (im eigenen Haushalt)
  • und Ähnliches
     

Damit du nun in den Genuss deiner Steuererstattung kommst, setzt du die unterschiedlichen Kosten im Hauptvordruck deiner Steuererklärung an, hierzu findest du auf der Seite 3 die Möglichkeit diese einzutragen, das Programm bzw. Finanzamt rechnet dann den zu erstattenden Betrag für dich aus.

Wie so oft beim Thema Steuer gibt es auch hier Höchstbeträge, welche aber relativ hoch sind … so kannst du zum Beispiel bis zu 20.000,- € für einen sozialversicherungspflichtigen Angestellten oder eine Firma und bis zu 2560,- € für einen eigenen Mini-Jobber im Haushalt ansetzen …das sollte für die meisten von uns definitiv ausreichen 🙂

Damit es für dich nun so einfach wie möglich bleibt, kann ich dir noch auf den Weg geben, dass du keine Belege beim Finanzamt direkt einreichen musst, sondern nur für Rückfragen aufbewahren musst. Als Nachweis dient dann in der Regel deine Nebenkostenabrechnung oder eine ordentliche Rechnung mit entsprechender Aufschlüsselung der Kosten …. bar gezahlte Beträge sind nicht absetzbar.

Wie immer findest du das Skript des heutigen Videos unten in der Videobeschreibung, damit du in Zukunft keines unserer Videos mehr verpasst, würde es mich freuen, wenn du unseren Kanal abonnierst.

Ansonsten hoffe, ich, dass du mit diesem Tipp deine Steuererstattung erhöhen kannst und in Zukunft mehr Geld vom Finanzamt wieder bekommst.

Dein FinanzNerd

 


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